Da mich heute eine Autofahrt von Dresden nach Hamburg führte, durfte ich die heranrollenden Truppen, die sich von allen Seiten zum G8-Gipfel bewegen live erleben.
Polizei, Polizei – gepanzert, ungepanzert, auf zwei und auf vier Rädern - rollten Richtung Ostseeküste. Da kommen einen ganz automatisch die Bilder aus dem “Herr der Ringe” in den Sinn. Es ist zu befürchten, dass eine Schlacht ins Haus steht. Sonst wär’ das ja alles umsonst.

Ich gabelte einen Anhalter, offensichtlich Protestler, auf einer Raststätte auf und nahm ihn ein Stück in seine Richtung mit. Nein, kein Hobbit war’s, sondern ein junger Mann aus Portugal. Zünftig mit Rastas und Kraxe! Leider kam kaum Kommunikation in Gang, da mein Englisch einfach zu sehr holperte und seins zu nuschelig war. Aber als er bemerkte, dass ich eine Gitarre im Auto herumfahre, hätte er mich beinahe überschwänglich umarmt.
Jaja, so sind sie, diese Südländer…

Zumindest konnte ich Ihn beruhigen, dass Trampen in Deutschland nicht verboten ist – vermutlich ist er die ganze Zeit von den Polizei-Kolonnen komisch angeguckt worden – mit seinem Papp-Schild auf dem “G8″ stand…

Ich kann nur hoffen, dass mein Portugiese in Heiligendamm keinen Mist baut und friedlich bleibt. Vielleicht kommt es ja dann doch nicht zur Schlacht um Mittelerde…